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Bestellerprinzip

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Im Moment herrscht bei der Menge der Interessenten die Meinung, dass das Bestellerprinzip bereits in Kraft ist und gilt. Dem ist nicht so!

Was ist das Bestellerprinzip?

Das Bestellerprinzip beschreibt eine neue Provisionsregelung für Vermietungsverträge, welche voraussichtlich im Frühling/Sommer 2015 in Kraft tritt. Sie sieht vor, dass zukünftig derjenige , der einen Immobilienmakler beauftragt, auch die Kosten für die anfallende Dienstleistung trägt. Sprich, wer bestellt, der zahlt.

Maklerprovision Miete: Aktuelle Rechtslage

Nach der derzeitigen Rechtslage wird Maklerprovision bei der Vermittlung von Wohnraum dann fällig, wenn tatsächlich ein Mietvertrag zustande kommt (§ 2 Absatz 1 Wohnungsvermittlungsgesetz, WoVermittG).

Die Höhe der Maklerprovision für eine Mietwohnung

Als Obergrenze der Maklerprovision legt § 3 Absatz 2 WoVermittG einen Betrag von zwei Monatsmieten (ohne Nebenkosten) zuzüglich Mehrwertsteuer fest, mithin 2,38 Monatskaltmieten.

Berechnungsgrundlage für die Maklerprovision bei Vermietung ist

–   nur eine ihrer Höhe nach gesetzlich zulässige Miete und

–   bei Staffelmietverträgen die Monatsmiete im ersten Jahr des Mietverhältnisses.

Wann kommt das Bestellerprinzip?

Das Mietrechtsnovellierungsgesetz welches Bestellerprinzip ebenso wie Mietpreisbremse regelt, befindet sich noch im parlamentarischen Verfahren.

Noch ist unklar, wann dieses abgeschlossen ist. Fest steht, dass das Inkrafttreten erst zum ersten Tag des zweiten Kalendermonats, der auf die Verkündung folgt, in Kraft tritt.

Wir gehen davon aus, dass sich vor Mitte 2015 nichts ändert!

Was sich beim Bestellerprinzip noch ändern könnte

Der Fachausschuss des Bundesrats möchte, dass das Bestellerprinzip praxistauglicher gestaltet wird. Denn im Koalitonsvertrag sei verankert, dass das Bestellerprinzip marktwirtschafltichen Prinzipien entsprechen müsse. Noch sei das nicht der Fall, sagen Kritiker. Der Wortlaut des Gesetzentwurfs regelt nämlich die Konstellation, dass mehrere Mietinteressenten mit vergleichbaren Suchaufträgen an den Makler herantreten, nicht. Dies könnte dazu führen, dass der Makler zwar eine Immobilie vermittelt und trotzdem keinen Anspruch auf eine Provision hat. Die Bundesregierung hatte bereits im November anklingen lassen, dass sie sich einer Prüfung diesbezüglich nicht verschließe, solange „der gegenwärtigen Benachteiligung der Wohnungssuchenden effektiv begegnet werden kann“.

Maklerprovision für Mietwohnung steuerlich absetzbar?

Vermieter können Maklergebühren von ihren Mieteinnahmen steuerlich absetzen.

Mieter dürfen gezahlte Maklergebühren als Teil der Umzugskosten steuerlich geltend machen, soweit der Umzug in eine neue Mietwohnung beruflich bedingt ist und die Höhe der Miete ortsüblich ist. Ein Umzug ist berufsbedingt, wenn

–   ein Arbeitnehmer wegen eines Arbeitgeberwechsels einen neuen Wohnsitz wählt,

–   ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber an einen anderen Tätigkeitsort versetzt wird oder der Wohnungswechsel zu einer erheblichen Verkürzung des Arbeitsweges zum Arbeitsplatz führt. Erheblich ist eine Arbeitswegverkürzung bei einer Verringerung der täglichen Fahrten zum Arbeitsplatz um zumindest eine Stunde.

Die Absetzbarkeit der Maklergebühren setzt die Vorlage entsprechender Zahlungsbelege voraus.

Neue Vertriebsformen

Zwischenzeitlich versuchen sich Berufskollegen umzustellen und vorzubereiten, z.B. mit einem Angebot an den Vermieter, dass man monatlich ab € 20,– laufend für einen bestimmten Zeitraum der Mietvertragsdauer zahlt.

Hier sind wir uns noch nicht sicher, ob dieses wirklich zukunftsträchtig ist, denn

  1. Der Mietpreis könnte dadurch zu hoch werden für den Mieter (Mietpreisbremse)
  2. Welchen Sinn solle es machen, € 20,– monatlich von der Steuer abzusetzen?

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