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Wohnraummietrecht: Anbringen von Markisen auf dem Balkon

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Vermieter müssen den Mietern erlauben, auf dem Balkon eine Markise zu montieren. Der Schutz vor der Sonne auf dem Balkon stellt ein sozial übliches Verhalten beim Gebrauch einer Wohnung dar und gehört zum berechtigten Interesse eines Mieters. Dies gilt selbst bei einem überdachten Balkon. Das Aufstellen eines Sonnenschirms als Sonnenschutz reicht nicht aus. Der Vermieter kann auch nicht vom Mieter verlangen, dass er für besseren Sonnenschutz zwei Sonnenschirme aufstellt.

Kommentar
Ein Vermieter kann sich bei der Ablehnung einer Markise auch nicht ohne weiteres darauf berufen, dass das Gestatten einer Markise auch alle übrigen Mieter berechtigen würde, eine Markise anzubringen und dies zu einem völlig uneinheitlichen Erscheinungsbild des Hauses führen würde. Grundsätzlich kann ein Vermieter sich nicht pauschal darauf berufen, dass dadurch die Gebäudefassade optisch beeinträchtigt wird. Dies gilt insbesondere dann nicht, wenn der Mieter sich ausdrücklich bereit erklärt, die Markise so zu gestalten, wie der Vermieter es wünscht; denn hierdurch bleibt ein einheitlicheres Bild der Fassade gewahrt, als wenn jeder Mieter einen oder zwei unterschiedliche Sonnenschirme auf den Balkon stellt.
Fundstelle: AG München, Urteil vom 07. Juni 2013, 411 C 4836/13, BeckRS 2014, 03001

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